{"id":17099,"date":"2023-07-20T15:14:13","date_gmt":"2023-07-20T13:14:13","guid":{"rendered":"http:\/\/amr-research.local\/?p=17099"},"modified":"2025-04-02T21:18:13","modified_gmt":"2025-04-02T19:18:13","slug":"social-desirability-bias","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/amr-research.com\/de\/social-desirability-bias\/","title":{"rendered":"Ein Schwergewicht in der Marktforschung: Der Effekt der Sozialen Erw\u00fcnschtheit\u00a0"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00bbFinden Sie die Deutschen anderen V\u00f6lkern gegen\u00fcber von Natur aus \u00fcberlegen?\u00ab&nbsp;\u2013 \u00bbPutzen Sie jeden Abend Ihre Z\u00e4hne?\u00ab Extrem unterschiedliche Fragen, die bei Umfragen jedoch den gleichen Reflex ausl\u00f6sen. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nehmen wir einmal die erste Aussage bez\u00fcglich der \u00dcberlegenheit des deutschen Volkes: Sie war erst k\u00fcrzlich <a href=\"https:\/\/efbi.de\/files\/efbi\/pdfs\/Policy%20Paper\/2023_2_Policy%20Paper.pdf\">Teil einer repr\u00e4sentativen Studie, die B\u00fcrger aus den ostdeutschen Bundesl\u00e4ndern beantworten sollten<\/a> \u2013 und zwar schriftlich und anonymisiert. Andere Fragen der gleichen Studie, weniger polarisierend und eher unverf\u00e4nglich \u2013 wurden den Teilnehmern dagegen durch einen Interviewer pers\u00f6nlich gestellt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Warum diese Aufteilung in schriftlich-anonym auf der einen und pers\u00f6nlich-direkt auf der anderen Seite? Die Ursache liegt in der Wirkung des sogenannten Effekts der \u203aSozialen Erw\u00fcnschtheit\u2039, was bedeutet, dass auf die oben gestellte Frage selbst v\u00f6lkisch gesinnte Zeitgenossen einem Interviewer gegen\u00fcber eher abschl\u00e4gig geantwortet h\u00e4tten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"is-style-info wp-block-paragraph\"><strong>\u00bbEffekt oder Bias der Sozialen Erw\u00fcnschtheit: Befragte \u00e4u\u00dfern eher solche Meinungen und Einstellungen, von denen sie annehmen, dass sie mit den sozialen Normen und Werten der Gesellschaft \u2013 und somit auch denen des Interviewers \u2013 \u00fcbereinstimmen.\u00ab<\/strong><br>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.marktforschung.de\/wiki-lexikon\/marktforschung\/Soziale%20Erw%C3%BCnschtheit\/\">Marktforschung.de<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zum Hintergrund ein kleiner Schritt zur\u00fcck: Der Mensch ist ein durch und durch soziales Lebewesen. Fast alles, was menschliches Verhalten ausmacht, ist sozial gelernt, also VON anderen oder DURCH andere. Menschen f\u00fchlen sich zudem gerne zugeh\u00f6rig, zumindest wenn es um die \u203aeigene\u2039 Gruppe geht, egal ob es sich nun um Nationalit\u00e4ten, Religionen, Altersgruppen oder so etwas banales wie einen Tennisklub handelt. Menschlich und normal ist ebenso das st\u00e4ndige Urteilen \u00fcber andere und zumindest der Glaube, dass man auch selbst von anderen permanent beurteilt wird.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nicht zuletzt durch solche sozialen Dynamiken wei\u00df der Normalb\u00fcrger ziemlich genau, welche Verhaltensweisen in unserer Gesellschaft die Norm sind \u2013 und welche eher nicht. Was also folglich auf allgemeine Zustimmung st\u00f6\u00dft und somit sozial erw\u00fcnscht.&nbsp; &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Social Desirability Bias in der Markt- und Meinungsforschung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">AMR ist Experte f\u00fcr telefonische Befragungen und nat\u00fcrlich wollen wir bei jeder Erhebung erfahren, was die Menschen wirklich denken bzw. was sie meinen und wie sie handeln. Diese Wirklichkeit deckt sich jedoch naturgem\u00e4\u00df nur selten mit dem, was die Gesellschaft zumindest offiziell von seinen B\u00fcrgern an Gutem und Moralischem erwartet. Was passiert nun, wenn wir als Institut in genau diese Widerspr\u00fcchlichkeit hinein-fragen?&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gerade wenn es um sozial sensible Themen geht \u2013 von politischen oder religi\u00f6sen Einstellungen bis hin zu anderen pers\u00f6nlichen Angelegenheiten wie z.B. Rauchen, Alkoholkonsum oder das Verhalten in den eigenen vier W\u00e4nden \u2013 sind Menschen in Befragungen nicht immer ehrlich. Viele wissen genau, was als sozial vertr\u00e4glich gilt und verbiegen entsprechend ihre Antworten. Bedeutet: Sie verzerren ihre Angaben im Sinne der besagten \u203aSozialen Erw\u00fcnschtheit\u2039.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieser Effekt ist f\u00fcr AMR nat\u00fcrlich nicht neu. Wir wissen zuverl\u00e4ssig, wann und wo dieser Bias lauert, welche Einflussfaktoren auf ihn wirken und welche Strategien und Ma\u00dfnahmen helfen, ihn zu minimieren oder sogar zu vermeiden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Sensible Tabuthemen brauchen Safe-Spaces in der Befragung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gesellschaftlich heikle oder gar ge\u00e4chtete Themen, zum Beispiel Rassismus oder Diskriminierung, sind nicht nur inhaltlich, sondern auch in der konkreten Befragungssituation eine Herausforderung. Regelm\u00e4\u00dfig machen wir die Erfahrung, dass Personen ihre individuelle Betroffenheit zwar best\u00e4tigen, ihre konkreten Erfahrungen mit den Problemen aber nur ungern offen teilen wollen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">M\u00f6glicherweise mangelt es den Befragten an dieser Stelle an psychologischer Sicherheit, am subjektiv gef\u00fchlten \u203aSafe-Space\u2039, um ihre Probleme angstfrei, klar und deutlich zu benennen. Am Ende fehlen diese Angaben jedoch in den Umfrageergebnissen und verf\u00e4lschen das objektive gesellschaftliche Bild.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00c4hnliche Muster \u2013 also keine, gesch\u00f6nte oder ausweichende Antworten \u2013 finden sich auch bei Fragen zu Missbrauch oder Gewalt in der Familie. Stets m\u00fcssen wir uns an dieser Stelle als Institut fragen: Wie erhalten wir trotz solcher Themen valide Informationen durch m\u00f6glichst unbefangene und aussagekr\u00e4ftige Antworten?<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der Bias in allen Elementen einer Befragung&nbsp;<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Arbeitsalltag von AMR ist der Effekt der Sozialen Erw\u00fcnschtheit st\u00e4ndiger Begleiter, denn er zeigt sich in allen Phasen einer Befragung: vom Interviewer zu den Probanden, vom Fragebogen bis zum Methodenmix. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der Interviewer: Professionell mit Softskills<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gleich zu Beginn jeder Befragung ist der Aufbau von Vertrauen zwischen Interviewer und Proband zentral, haupts\u00e4chlich indem diesem Anonymit\u00e4t und Diskretion garantiert wird. Zwar ist AMR ein etabliertes Institut, das in der Branche f\u00fcr Seriosit\u00e4t und Kompetenz steht, doch auch bei uns wird nicht jede Testperson bei pers\u00f6nlichen Fragen absolut wahrheitsgem\u00e4\u00df antworten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wird dies rechtzeitig erkannt, kann mit entsprechenden Ma\u00dfnahmen gegengesteuert werden. Ein probates Mittel dazu: Wir erl\u00e4utern den Teilnehmern alle wesentlichen Informationen zur Erhebung, z.B. zu den Hintergr\u00fcnden und auch \u2013 zumindest falls erlaubt \u2013 zum Auftraggeber. Zudem erkl\u00e4ren wir das Studiendesign und die Ziele der Befragung.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unsere Mitarbeiter schulen wir regelm\u00e4\u00dfig, Telefoninterviews auch in kniffligen Situationen empathisch und vertrauensvoll zu halten. Wichtige Softskills in der Gespr\u00e4chsf\u00fchrung sorgen daf\u00fcr, dass wir dem Gegen\u00fcber jederzeit glaubhaft das tats\u00e4chliche Interesse an ihrer Person und Aussagen vermitteln.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Interviewer oder InterviewerIN?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei der Disposition der Interviewer f\u00fcr ein bestimmtes Studienprojekt ist das Geschlecht kein zu untersch\u00e4tzender Faktor. Abh\u00e4ngig vom Thema achten wir darauf, wann M\u00e4nner mit M\u00e4nnern, Frauen mit Frauen und Diverse mit Diversen sprechen sollten \u2013 oder eben ganz bewusst gemischtgeschlechtlich. Es gibt nun mal Themen, bei denen diese Konstellation und damit das kritische Vertrauensverh\u00e4ltnis nicht dem Zufall \u00fcberlassen werden darf und m\u00f6glicherweise nur aus diesem Grund die Teilnehmer nicht offen sprechen m\u00f6chten oder k\u00f6nnen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der Fokus in jeder Befragung: Die Probanden<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Abgesehen von sensiblen Tabuthemen, bei denen Menschen ihre Aussagen aus Eigenschutz, Angst oder Scham lieber durch einen sozialen Filter laufen lassen \u2013 was k\u00f6nnen weitere Gr\u00fcnde f\u00fcr sozial verzerrte, weil erw\u00fcnschte Antworten sein? Es kann durchaus auch am fehlenden Bewusstsein liegen, welch gro\u00dfe Bedeutung ihre Aussagen f\u00fcr eine gesellschaftlich wichtige Studie haben wird, sodass die Relevanz ihrer Antworten stets betont werden sollte.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch bei ganz allt\u00e4glichen Erhebungen, bei denen Kunden beispielsweise die Qualit\u00e4t von Unternehmen oder Marken bewerten, erkennen professionelle Interviewer, wenn sich die Zielgruppe scheinbar aus H\u00f6flichkeit mit ehrlichem Feedback zur\u00fcckh\u00e4lt. Hier hilft die motivierende Aufforderung, dass kritische Worte keinen beleidigen, sondern im Gegenteil erw\u00fcnscht sind, da nur diese dem Auftraggeber auch praktisch weiterhelfen. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Fragebogen: Problematische Erkenntnisse indirekt gewinnen<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch das Fragebogen-Design beeinflusst, wie Zielgruppen auf Tabufragen reagieren. Statt sie im Telefongespr\u00e4ch mit einer problematischen Materie unmittelbar zu konfrontieren \u2013 und damit gegebenenfalls abzuschrecken \u2013 k\u00f6nnen sensible Erkenntnisse auch indirekt gewonnen werden. Als Beispiel: Eine m\u00f6gliche Affinit\u00e4t zu diversen Drogen wird nicht direkt abgefragt, sondern nur hypothetisch umschrieben. Die Zielperson soll dann lediglich bewerten, wie vorstellbar dieses Szenario f\u00fcr sie ist. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Indirekte Fragen bzw. das Arbeiten mit fiktiven Szenarien schaffen mehr Distanz und Spielraum bei der Beantwortung. Zumindest aus Sicht des Teilnehmers sinkt damit das subjektive Risiko, sich moralisch gegen\u00fcber dem Interviewer zu diskreditieren.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Methode: Mixed-Mode bei \u203aschwierigen\u2039 Themen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dass Befragungen nicht per se mono-methodisch gef\u00fchrt werden m\u00fcssen, haben wir bereits im Beispiel zur abgefragten \u203aDeutschen \u00dcberlegenheit\u2039 gesehen. Doch ein solches Vorgehen \u2013 wir von AMR nennen es \u203aMixed-Mode\u2039 (Link auf den anderen Text) \u2013 ist alles andere als trivial, denn es hat unter anderem erhebliche Auswirkungen auf die Gestaltung zweier Frageb\u00f6gen sowie zus\u00e4tzlich auf den kompletten Auswertungsprozess.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn es der inhaltliche Themenmix aber erfordert, die regul\u00e4ren Telefoninterviews mit einer zus\u00e4tzlichen schriftlichen Befragung (z.B. online per E-Mail) zu erg\u00e4nzen, lohnt sich jeder Aufwand durch das Resultat von valideren und besseren Daten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fazit<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Bias der \u203aSozialen Erw\u00fcnschtheit\u2039 ist \u2013 wie \u00fcbrigens auch viele andere mentale Verzerrungen (siehe Kurzinterview unten) \u2013 durchaus schl\u00fcssig und verst\u00e4ndlich, bildet aber dennoch ein sehr komplexes Ph\u00e4nomen. Es braucht viel Erfahrung, psychologisches Know-how sowie Kompetenz in der Entwicklung von Umfragedesigns, um die negativen Auswirkungen von einem oder auch mehreren dieser Effekte zu reduzieren. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">AMR ermittelt nun seit gut 40 Jahren unterschiedlichste Erkenntnisse f\u00fcr seine weltweite Kundschaft. F\u00fcr uns stehen dabei immer schon die telefonischen Interviewer im Mittelpunkt der gesamten Dienstleistung. Ihre Qualit\u00e4t und Kompetenz entscheidet, dass auch bei schwierigen, sensiblen oder kniffligen Fragestellungen keine Wohlf\u00fchlantworten, sondern m\u00f6glichst die echte Wahrheit und damit n\u00fctzliche Informationen ans Licht kommen.&nbsp; &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Putzt sich also der anfangs befragte Proband tats\u00e4chlich nur unregelm\u00e4\u00dfig abends die Z\u00e4hne, kann seine ehrliche Antwort f\u00fcr eine gesundheitliche Aufkl\u00e4rungsstudie sehr wertvoll sein. Nur darauf kommt es an und nicht, um ein bestimmtes Verhalten oder Nicht-Verhalten blo\u00dfzustellen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Nachgefragt bei Dr. Satish Thalla, Key Account Manager bei AMR<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1600\" height=\"1098\" src=\"https:\/\/amr-research.com\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Satish-Thalla-AMR.jpg\" alt=\"Portrait von Dr. Satish Thalla, Marktforscher bei AMR\" class=\"wp-image-17142\" srcset=\"https:\/\/amr-research.com\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Satish-Thalla-AMR.jpg 1600w, https:\/\/amr-research.com\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Satish-Thalla-AMR-1200x824.jpg 1200w, https:\/\/amr-research.com\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Satish-Thalla-AMR-768x527.jpg 768w, https:\/\/amr-research.com\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Satish-Thalla-AMR-1536x1054.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1600px) 100vw, 1600px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie ordnen Sie pers\u00f6nlich die Relevanz der \u203aSozialen Erw\u00fcnschtheit\u2039 f\u00fcr Ihre Forschungsprojekte ein, auch im Vergleich zu den vielen anderen Effekten, die Ihre Branche noch kennt?<strong>&nbsp;<\/strong><\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Dr. Satish Thalla: <\/strong>Ganz klar, dieser Bias ist ein wichtiges Ph\u00e4nomen und kein seri\u00f6ses Markt- und Meinungsforschungsinstitut kann solche Verzerrungen ignorieren. Ganz im Gegenteil m\u00fcssen immer Ma\u00dfnahmen ergriffen werden, damit die Qualit\u00e4t der Ergebnisse nicht darunter leidet. Umfragen aller Art \u2013 nicht nur wie bei uns am Telefon \u2013 bringen aber noch viele andere unbewusste Denkschemata mit sich.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">K\u00f6nnen Sie einige Beispiele nennen?&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Dr. Satish Thalla:<\/strong> Nat\u00fcrlich. Den \u203aGender Bias\u2039 kennen Sie ja schon, dieser wurde hier bereits angerissen. Im engeren Sinne bedient er geschlechtsbezogene Stereotypisierungen und Vorurteile und kann bei Probanden zu v\u00f6llig unterschiedlichen Antworten auf die gleichen Fragen f\u00fchren.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Oder nehmen wir die Sprache, die in einem Interview gesprochen wird. Entspricht diese auch nur von einer Partei nicht der Muttersprache, hat das messbare Auswirkungen auf die Ergebnisse. Diesen \u203aLanguage Bias\u2039 m\u00fcssen wir daher bei der Zuteilung unserer Interviewer immer beachten.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p class=\"is-style-info wp-block-paragraph\"><strong>\u00bbEin Bias ist eine Verzerrung oder Neigung in einem menschlichen oder maschinellen Entscheidungsprozess,&nbsp;die zu einer ungenauen oder unvollst\u00e4ndigen Beurteilung f\u00fchrt. Ein Bias kann bewusst oder unbewusst sein&nbsp;und kann auf Vorurteilen, Fehlvorstellungen oder anderen Faktoren beruhen\u00ab<\/strong><br>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.marktforschung.de\/wiki-lexikon\/Bias\/\">Marktforschung.de<\/a>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gibt es Verzerrungen, die direkt den Fragebogen betreffen?<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Dr. Satish Thalla: <\/strong>Ja, zum Beispiel den \u203aRecency-Bias\u2039, wenn Teilnehmer aus einer Liste von Optionen tendenziell die letztgenannte w\u00e4hlen. Warum? Weil diese Information im Kopf die \u203afrischeste\u2039 ist. Das Gehirn nimmt hier also unbewusst den leichtesten Weg bzw. eine mentale \u203aAbk\u00fcrzung\u2039.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Klingt sehr nachvollziehbar. Haben Sie noch ein letztes Beispiel?<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Dr. Satish Thalla: <\/strong>Der Effekt zur \u203aL\u00e4nge einer Befragung\u2039, was durchaus trivial klingt, denn nat\u00fcrlich sinkt bei jedem Menschen mit der Zeit die F\u00e4higkeit, einem Interviewer am Telefon noch ausreichend konzentriert zuzuh\u00f6ren \u2013 mit allen negativen Konsequenzen f\u00fcr die Qualit\u00e4t der Antworten. Genau das ist der Grund, warum wir unsere Frageb\u00f6gen an den Durchschnittsteilnehmern ausrichten und eine gewisse L\u00e4nge nie \u00fcberschreiten.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00bbFinden Sie die Deutschen anderen V\u00f6lkern gegen\u00fcber von Natur aus \u00fcberlegen?\u00ab&nbsp;\u2013 \u00bbPutzen Sie jeden Abend Ihre Z\u00e4hne?\u00ab Extrem unterschiedliche Fragen, die bei Umfragen jedoch den gleichen Reflex ausl\u00f6sen. &nbsp; Nehmen wir einmal die erste Aussage bez\u00fcglich der \u00dcberlegenheit des deutschen Volkes: Sie war erst k\u00fcrzlich Teil einer repr\u00e4sentativen Studie, die B\u00fcrger aus den ostdeutschen Bundesl\u00e4ndern [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":17103,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-17099","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-unkategorisiert"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.2 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Der Effekt der Sozialen Erw\u00fcnschtheit in der Marktforschung - AMR<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"Durch den Social Desirability Bias sind Probanden nicht ehrlich, sondern geben Antworten, die der Norm der Gesellschaft entsprechen. 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